
Mini-Gugelhupf mit Schokolade und Haselnüssen
Schokoladig, nussig, luftig – und ohne Backpulver
Hallo Feinschmecker
Kennst Du das, wenn ein Kuchen so gut aussieht, dass man ihn kaum anschneiden will? Genau das passiert mit diesen kleinen Gugelhupf. Zwölf Stück, jeder mit einer Kuppe aus weissen Mandelsplittern und einem Hauch Schneezucker – und drinnen eine dunkle, nussige Krume, die beim Anschnitt richtig luftig aussieht.
Das Beste daran: es kommt **kein Backpulver** hinein. Die ganze Luftigkeit steckt im aufgeschlagenen Eiweiss, das ganz zum Schluss in drei Teilen unter die Masse gehoben wird. Genau deshalb schmeckt dieser Gugelhupf auch anders als ein normaler Rührkuchen – feiner, ein bisschen wie eine Torte, und trotzdem hält er sich fünf Tage.
Ein Wort zu den Eiern, bevor Du anfängst: 100 g Eigelb sind etwa fünf bis sechs Eigelb, 100 g Eiweiss etwa drei Eiweiss. Wenn Du sechs Eier trennst, bleibt also Eiweiss übrig – rund 80 g. Wirf es nicht weg: eingefroren wird daraus später eine Meringue, oder Du machst am nächsten Morgen ein Omelette daraus.
Und noch etwas, das ich Dir gleich sage, weil es der einzige Punkt ist, an dem etwas schiefgehen kann: die Form. Eine Gugelhupfform hat Rillen, und in Rillen bleibt Teig hängen. Butter, Mandeln, Mehl – in dieser Reihenfolge, grosszügig, und keinen Schritt überspringen. Dann fällt jeder einzelne von selbst heraus.



Zutaten
EIWEISSMASSE
SCHOKOLADENMASSE
FÜR DIE FORM UND ZUM DEKORIEREN
Schritt für Schritt
Die Masse
Eiweiss mit Salz und Zucker aufschlagen
Heize zuerst den Backofen auf 180 °C Umluft vor. Die Masse enthält kein Backpulver, sondern nur die Luft aus dem Eischnee – wenn sie fertig ist, soll der Ofen bereit sein und nicht umgekehrt.
Schlage das Eiweiss zusammen mit einer Prise Salz in einer wirklich fettfreien Schüssel auf. Lass den Kristallzucker (Teil 1) dabei nach und nach einrieseln – nicht alles auf einmal, sonst wird der Eischnee schwer und verliert Volumen. Schlage weiter, bis er glänzt und beim Herausziehen des Besens eine Spitze stehen bleibt. Dann stell ihn zur Seite.
„Fettfrei" ist hier keine Floskel: Ein Rest Butter oder ein Tropfen Eigelb in der Schüssel genügt, damit das Eiweiss nicht mehr richtig steif wird. Wisch die Schüssel im Zweifel mit etwas Zitronensaft aus.
Eigelb, Butter, Couverture und Zucker schaumig schlagen
Wiege in einer separaten Schüssel das Eigelb, die weiche Butter, die auf 40 °C geschmolzene Couverture und den Kristallzucker (Teil 2) ab. Schlage alles mit der Küchenmaschine leicht schaumig.
Wichtig ist die Temperatur der Couverture: 40 °C fühlen sich handwarm an. Ist sie heisser, stockt das Eigelb und Du bekommst kleine Klümpchen. Ist sie kalt, wird die Butter fest und die Masse gerinnt. Am einfachsten ist es, die Couverture zu schmelzen, während Du das Eiweiss aufschlägst – dann hat sie genau die richtige Temperatur, wenn Du sie brauchst.


Eischnee in drei Teilen unterheben
Jetzt kommt der Schritt, der über die Luftigkeit entscheidet. Hebe den steif geschlagenen Eischnee in drei Portionen mit dem Gummischaber unter die Schokoladenmasse – nicht rühren, sondern von unten nach oben heben und die Schüssel dabei drehen.
Die erste Portion darf ruhig etwas kräftiger eingearbeitet werden; sie macht die schwere Masse geschmeidig. Bei der zweiten und dritten gehst Du behutsam vor und hörst auf, sobald keine weissen Schlieren mehr zu sehen sind. Jeder Rührer zu viel kostet Volumen – und weil hier kein Backpulver nachhilft, ist das verlorene Volumen nicht mehr zurückzuholen.


Mehl und Haselnüsse untermischen
Wiege in einer separaten Schüssel das Weissmehl und die gemahlenen Haselnüsse ab und vermische sie kurz von Hand – so verteilt sich das wenige Mehl gleichmässig zwischen den Nüssen und verklumpt später nicht.
Gib die Mischung zur Masse und hebe sie ebenfalls vorsichtig mit dem Gummischaber unter, bis alles homogen ist. Nur 35 g Mehl auf 100 g Nüsse: dieses Rezept lebt von den Haselnüssen, das Mehl hält nur zusammen. Fülle die fertige Masse anschliessend in einen Spritzbeutel.



Form vorbereiten und backen
Form ausfetten, Mandelsplitter und Mehl einstreuen
Fette die Gugelhupfform grosszügig mit weicher Butter aus – und zwar wirklich in jede Rille. Nimm einen Pinsel oder den Finger und arbeite Mulde für Mulde, auch den Kegel in der Mitte. Das ist der Schritt, den man gern schnell macht, und dann bleibt beim Stürzen die halbe Kuppe in der Form.
Streue zerkleinerte gehobelte weisse Mandeln in jede einzelne Mulde und dreh die Form so, dass die Splitter überall an der Butter kleben bleiben. Was zu viel ist, kippst Du einfach wieder aus.
Das ist kein Deko-Schnörkel, sondern doppelt nützlich: die Mandeln lösen den Gugelhupf zusätzlich von der Form, und nach dem Stürzen sitzen sie aussen. Die hübsche, hell gesprenkelte Kuppe entsteht also jetzt und nicht am Schluss.
Bestaube die Form zum Schluss grosszügig mit Weissmehl und klopfe sie kurz aus. Butter, Mandeln, Mehl – in dieser Reihenfolge sitzt die Trennschicht, und in dieser Reihenfolge löst sich später jeder einzelne von selbst.



Je 50 g einfüllen und 12–15 Minuten backen
Fülle jede Mulde mit 50 g Masse – am schnellsten geht das mit dem Spritzbeutel direkt auf der Waage. Backe die Gugelhupf bei 180 °C Umluft rund 12 bis 15 Minuten.
Der Test: ein Holzstäbchen in der dicksten Stelle soll mit feuchten Krümeln herauskommen, nicht mit flüssigem Teig und nicht ganz trocken. Lieber eine Minute zu früh als eine zu spät – bei 50 g pro Stück geht das schnell.
Lass die Gugelhupf danach **in der Form** auskühlen. Erst dann stürzen: warm sind sie noch weich und reissen an der Kuppe. Zum Schluss mit wenig Schneezucker bestauben.



Mini-Gugelhupf mit Schokolade und Haselnüssen
Zutaten
EIWEISSMASSE
SCHOKOLADENMASSE
TROCKENE ZUTATEN
FÜR DIE FORM UND ZUM DEKORIEREN
Zubereitung
- Eischnee: 100 g Eiweiss mit Salz aufschlagen, 50 g Zucker einrieseln lassen.
- Schokomasse: Eigelb, weiche Butter, Couverture (40 °C) und 50 g Zucker schaumig schlagen.
- Unterheben: Eischnee in drei Teilen unterheben.
- Trockenes: 35 g Mehl mit 100 g gemahlenen Haselnüssen mischen, unterheben, in den Spritzbeutel füllen.
- Form: Buttern, Mandelsplitter einstreuen, mit Mehl bestauben.
- Backen: Je 50 g einfüllen, 12–15 Min. bei 180 °C Umluft.
- Auskühlen: In der Form auskühlen lassen, stürzen, mit Schneezucker bestauben.
Nährwerte pro 100 g
Lagerung & Haltbarkeit
Alles für dieses Rezept
Aus unserer Backstube empfohlen — genau die Grössen, mit denen das Rezept getestet ist.
Zutaten
Zubehör
Lieferung in 1–2 Werktagen · Versandkostenfrei ab CHF 100
Schön dazu
Nicht nötig für das Rezept — aber es passt.

Damit sie garantiert gelingt
Bei einer Gugelhupfform mit Rillen ist die Trennschicht die halbe Arbeit. Butter zuerst, damit die Mandeln haften. Dann die Mandelsplitter, weil sie die Fläche brechen. Und zuletzt das Mehl, das alles versiegelt. Wer einen der drei Schritte überspringt, holt die Kuppe später aus der Form statt vom Teller.
40 °C fühlen sich auf dem Handrücken warm, aber nicht unangenehm an. Zu heiss lässt das Eigelb stocken und macht Klümpchen, zu kalt lässt die Butter fest werden und die Masse trennt sich. Der einfachste Trick: die Couverture schmelzen, während Du das Eiweiss aufschlägst – bis Du sie brauchst, hat sie von selbst die richtige Temperatur.
In diesem Teig gibt es kein Triebmittel. Was der Eischnee an Volumen mitbringt, ist genau das Volumen, das der Gugelhupf am Ende hat. Deshalb in drei Teilen unterheben, deshalb heben statt rühren, und deshalb den Ofen vorher vorheizen. Steht die gefüllte Form zehn Minuten herum, backst Du zehn Minuten Luftverlust mit.
Häufige Fragen
Musst Du nicht, und ich würde es lassen. Das Rezept ist auf den Eischnee gerechnet, und mit Backpulver bekommt die Krume eine andere, gröbere Struktur – genau die feine, tortenartige Krume geht dabei verloren. Wenn Du unsicher bist, investier die Sorgfalt lieber ins Aufschlagen und ins Unterheben.
Das ist normal: Für 100 g Eigelb brauchst Du fünf bis sechs Eier, und die geben mehr Eiweiss, als das Rezept verlangt. Rund 80 g bleiben übrig. Eiweiss lässt sich prima einfrieren (am besten portionsweise, mit Gewicht beschriftet) und wird später zu Meringue, Macarons oder einem Omelette.
Ja, die Masse reicht für eine kleine Form von etwa 18 bis 20 cm. Rechne dann mit deutlich mehr Backzeit – ungefähr 35 bis 45 Minuten bei 170 °C Umluft – und prüfe mit dem Holzstäbchen. Die Kuppe wird oben schneller dunkel als die Mitte gar; deck sie in der zweiten Hälfte mit Backpapier ab, wenn sie zu stark färbt.
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